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        Ende September diesen Jahres war ich mit der lieben Kati für eine Woche in Marokko. Wir haben irgendwann im Juli die Flüge gebucht und uns dann bis Mitte September nicht mehr um unsere Reise gekümmert, weil wir weder Zeit hatten, noch Lust auf eine komplett durchgetaktete Reise.

        Da wir gehört haben, dass die Einreise leichter ist, wenn man eine Adresse für die erste Übernachtung angeben kann, haben wir ein paar Tage vor Abreise zumindest überlegt, wo wir überhaupt hinwollen (ich wurde bei der Passkontrolle übrigens gefragt, wo ich nächtige, Kati nicht). An- und Abflug von Marrakech, Wüste bitte, Meer wäre schön, vielleicht eine Übernachtung in den Bergen?

        Für eine Tour durch ganz Marokko waren 7 Tage leider etwas zu wenig (man braucht einfach lange, um von A nach B zu kommen und sollte viel Zeit für Autofahrten einplanen), deswegen haben wir uns “nur” auf die bekannte Erg Chebbi geeinigt und eine Unterkunft für die erste Nacht gebucht, die “irgendwie auf dem Weg liegt”.

        So sind wir bei Mohammed und seiner Familie im Riad Tamdakthe gelandet, die uns trotz unserer 2 Stündigen Verspätung um 23 Uhr nicht nur wahnsinnig herzlich, sondern mit einem der besten 3 Gänge Menüs empfangen haben, dass wir in ganz Marokko gegessen haben (die Hähnchen Tajine war wirklich so gut, dass ich allein hierfür noch einmal wiederkommen würde!).

        Tipp: Achtet bei Zimmern auf eine Klimaanlage! Glücklicherweise hatte unser Zimmer bei Mohammed eine, wir haben vorher gar nicht drüber nachgedacht und hätten bei den Temperaturen sonst kaum schlafen können.

        Aït-Ben-Haddou Vielen wird die Kulisse vielleicht aus einer kleinen unbedeutenden Serie, Game of Thrones, bekannt vorkommen. Aït-Ben-Haddou ist eine Lehmstadt, dessen noch komplett erhaltener Ortskern UNESCO Weltkulturerbe ist. Am Eingang zur Stadt ist ein Parkplatz, für den man gegen ein wenig Geld (umgerechnet 10ct) parken kann. Am Eingang zur Stadt gibt man noch einmal 2€ an einen “Wächter”, bzw. Bewohner Aït-Ben-Haddous ab.

        Die Leute in Marokko habe ich übrigens wirklich durchgehend als wahnsinnig herzlich, gastfreundlich und interessiert erlebt. Allein in Aït-Ben-Haddou haben wir viel über das Leben der Einheimischen und den Aufbau der Stadt erzählt bekommen. So haben wir zum Beispiel den Künstler oben kennengelernt, der seine Bilder noch traditionell mit einer Mixtur aus grünem Tee oder Safran anfertigt, die er dann über eine Flamme hält, um die Farbe einzubrennen.

        Von Aït-Ben-Haddou sind wir weiter nach Tinghir gefahren, eine Oasenstadt im Zentrum Marokkos.

        Kurzer Einschub: Auto fahren in Marokko fand ich sehr angenehm – die Straßen in den Süden sind gut ausgebaut und der Ausblick ist durchgehend unglaublich. Ich fahre allerdings sehr gerne Auto und habe auch den vielen regelfreien Rollerverkehr in Marrakesch nicht als besonders anstrengend empfunden – wer etwas unsicherer ist, sollte vielleicht lieber einen anderen Flughafen wählen. Man sollte außerdem immer ca. 2 Stunden mehr einrechnen, als Google Maps vorschlägt, bei vielen Bergdörfern muss man sich z.B. hinter Eseln oder Handwagen einfädeln – wir waren immer ungefähr 5h am Stück unterwegs.

        Bevor wir in Tinghir angekommen sind, haben wir einen schnellen Stop bei der “Gorges du Dades” gemacht, der kleineren und nicht so überlaufenden von zwei tollen Schluchten Marokkos.

        Gorges du Dades

        Kati hat außerdem nach einem Riad gesucht und das Riad Al Anwar gefunden. Am Rande der Palmenoase gelegen kümmert sich dort ein Brudergespann um die Gäste. Die beiden haben sich direkt mit uns auf einen Minztee auf die Dachterrasse gesetzt, uns etwas über die Stadt erzählt und uns die wichtigsten Orientierungspunkte gezeigt. Durch die Palmenoase hindurch haben wir uns dann am Abend noch auf den Weg ins “Ksar” gemacht, ein altes und verwinkeltes Viertel aus Stampflehmbauten, in dem früher scheinbar die jüdische Bevölkerung Tinghirs gelebt hat (so haben es uns die Riad Besitzer mit Händen und Füßen erklärt, wer mehr Infos möchte muss das bitte kurz selbst ergooglen 😉 ) .

        Trotz Warnung haben wir uns natürlich direkt verlaufen und wurden zum Glück von Danoun aufgegabelt. Danoun hat uns durch die Gassen bis zu seinem Hostel geführt, uns erklärt wie mit Stampflehm Häuser gebaut werden, wie die Wirtschaft in Tinghir funktioniert, und und und. Zum Abschluss hat er uns noch auf einen Minztee bei sich auf der Dachterrasse eingeladen, wo wir den beginnenden Sonnenuntergang genießen konnten. Wie bei jeder Reise hilft es auch in Marokko, bei fremden Menschen auf sein Bauchgefühl zu hören. Ihr fühlt euch nicht sicher oder unwohl? Dann sagt es den Leuten oder geht einfach weiter. Danoun hat uns als es Dunkel wurde sogar zurück Richtung Riad geführt und ich stehe heute noch in Kontakt mit ihm.

        Im nächsten Teil geht es weiter mit unserem Trip Richtung Wüste, unserer Übernachtung im Berbercamp und natürlich den letzten 2 Tagen in Marrakesch. Ich würde auch jetzt noch weiter schreiben, allerdings hab ich schon viel zu viel gesabbelt, das liest sich doch kein Mensch durch.

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